Kooperationspartnerschaften

Hände auf einer Tastatur © OeAD/Gianmaria Gava

Kooperationspartnerschaften sind Kooperationen von

  • mindestens drei Einrichtungen
  • aus drei verschiedenen Programmländern (eine Einbindung von Partnerländern ist in gewissen begründeten Fällen möglich).

Kooperationspartnerschaften unterstützen Entwicklung, Transfer und Implementierung innovativer Praktiken, neuer Module und Curricula ebenso wie gemeinsame Initiativen zur Förderung von thematischer Zusammenarbeit auf europäischer Ebene.

Ziel ihrer Zusammenarbeit kann sein, Qualität und Relevanz der Aktivitäten der Einrichtungen zu erhöhen, Partnernetzwerke aufzubauen und zu stärken, Kapazitäten für länderübergreifende Zusammenarbeit und Internationalisierung der Aktivitäten zu erhöhen und dabei neue Praktiken, Methoden und Ideen zu entwickeln bzw. auszutauschen.

Ergebnisse der Kooperationspartnerschaften sollen wiederverwendbar, übertragbar und anpassbar sein und nach Möglichkeit transdisziplinär. Verbreitet werden sie auf lokaler, regionaler, nationaler und länderübergreifender Ebene.

  • Laufzeit: 12 bis 36 Monate
  • Förderhöhe: min. 100.000 bis max. 400.000 Euro pro Projekt

Programmschwerpunkte und Prioritäten

Das Programm Erasmus+ gibt jährlich verschiedene Schwerpunkte vor. Kooperationspartnerschaften leisten mit ihren Ergebnissen Beiträge zu deren Erreichen. Kooperationspartnerschaften können diese Schwerpunkte inhaltlich aufgreifen und ein Projekt zu einer oder mehreren Prioritäten durchführen.

Unabhängig von der Themenwahl sollen sich die horizontalen Prioritäten im Projektdesign widerspiegeln.

Jedes Projekt muss mindestens eine der vier horizontalen oder eine spezifische Priorität der Hochschulbildung ansprechen (siehe Programmleitfaden Teil B, Leitaktion 2).

Für Österreich sind keine nationalen Prioritäten vorgesehen.

Horizontale Prioritäten - KA2 alle Sektoren

  • Inklusion und Vielfalt
  • Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels
  • Digitaler Wandel
  • Gemeinsame Werte, zivilgesellschaftliches Engagement und Teilhabe

Mehr dazu

Spezifische Prioritäten - Bereich Hochschulbildung

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  • ... durch:

    • Unterstützung bei der Entwicklung und Erprobung verschiedener Arten von Kooperationsmodellen, darunter virtuelle und gemischte Zusammenarbeit und Einsatz unterschiedlicher digitaler Instrumente und Online-Plattformen.
    • Verbesserung der Mobilität anhand der Umsetzung der automatischen gegenseitigen Anerkennung und indem Mobilität in die Lehrpläne aufgenommen wird.
    • Unterstützung der Hochschuleinrichtungen bei der Umsetzung der Bologna-Grundsätze und der Instrumente zur Erhöhung der Mobilität für alle.
  • ... zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen durch Unterstützung bei:

    • der Entwicklung von Lernergebnissen und an den Studierenden orientierten Lehrplänen.
    • der Entwicklung, Erprobung und Umsetzung flexibler Lernpfade und modularer Kurskonzepte sowie geeigneter Bewertungsmethoden.
    • der Förderung des lebenslangen Lernens in der Hochschulbildung, unter anderem durch Kurzlehrgänge.
    • der Umsetzung transdisziplinärer Ansätze und innovativer pädagogischer Konzepte.
    • der Verankerung der nachhaltigen Entwicklung in allen Lehrplänen und auf allen Ebenen.
  • Mit dieser Priorität wird die Entwicklung und Umsetzung zweckdienlicher Hochschullehrpläne für MINT-Fächer auf der Grundlage eines MINKT-Ansatzes unterstützt:

    • Förderung der Beteiligung von Frauen an MINT-Studiengängen, insbesondere in den Bereichen Ingenieurwesen, IKT und fortgeschrittene digitale Kompetenzen.
    • Erarbeitung von Beratungs- und Mentoring-Programmen für Studierende, insbesondere für Mädchen und Frauen, im Hinblick darauf, ein MINT- und IKT-Studium aufzunehmen und einen entsprechenden Berufsweg einzuschlagen.
    • Förderung einer geschlechtersensiblen pädagogischen Praxis bei der Ausbildung in MINT-Fächern.
    • Beseitigung von Geschlechterstereotypen im MINT-Bereich.
  • ... durch:

    • Entwicklung und Umsetzung von Strategien zur Förderung von Exzellenz in der Lehre, darunter Online-Unterricht und Unterricht für benachteiligte Lernende.
    • Ausbildung von Akademiker/innen in neuen und/oder internetgestützten pädagogischen Konzepten.
    • Förderung eines unternehmerischen, offenen und innovativen Hochschulwesens.
    • Entwicklung neuer Praktiken der didaktischen Gestaltung auf der Grundlage von pädagogischer Forschung und Kreativität.
  • Das Programm unterstützt inklusive Ansätze in Bezug auf Mobilitäts- und Kooperationsaktivitäten wie:

    • verbesserter Zugang und höhere Teilnahme- und Abschlussquoten von Zielgruppen mit geringeren Chancen.
    • aktive Unterstützung der ins Land kommenden Teilnehmer/innen des Mobilitätsprogramms bei der Unterkunftssuche.
    • Unterstützung der Entwicklung flexibler Lernpfade zwischen Bildung und Forschung.
    • Förderung eines ausgewogenen Geschlechterverhältnisses in Hochschuleinrichtungen, in allen Studiengängen und in Führungspositionen.
    • Verstärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements.
  • ... durch:

    • Aktionen, die die Einführung des europäischen Studierendenausweises durch sicheren elektronischen Transfer der Daten von Studierenden zwischen Hochschuleinrichtungen unter vollständiger Berücksichtigung der Auflagen zum Schutz personenbezogener Daten und nach Möglichkeit in Verbindung mit dem neuen Europass ermöglichen.
    • Entwicklung der digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen der Studierenden und des Personals.

Förderfähige Einrichtungen

Erasmus+ fördert Kooperationspartnerschaften zwischen allen möglichen Einrichtungen, die in den Bereichen Bildung, Jugend, Sport oder anderen sozioökonomischen Sektoren agieren, ferner auch Einrichtungen mit sektorenübergreifender Ausrichtung (wie etwa Behörden, Einrichtungen für Anerkennung und Validierung, Sozialpartner, Handelsorganisationen, Beratungszentren, Kultur- und Sporteinrichtungen). Teilnehmende Hochschuleinrichtungen müssen im Besitz einer gültigen Erasmus Hochschulcharta (ECHE) sein.

Wer kann einen Förderantrag stellen?

Jede in einem Programmland ansässige Einrichtung (juristische Person) kann die Förderung einer Kooperationspartnerschaft beantragen. Die koordinierende Einrichtung richtet den Förderantrag im Namen aller Projektpartner an die nationale Erasmus+ Agentur ihres Landes. Als Partner, nicht jedoch als Antragsteller, kommen auch Einrichtungen aus Erasmus+ Partnerländern in Betracht, sofern deren Beteiligung einen wesentlichen Mehrwert für das Projekt bringt. Partnerländer sind grundsätzlich alle Drittstaaten, die nicht mit eigenem Budget an Erasmus+ teilnehmen. Zusätzlich können assoziierte Partner beteiligt sein, die keine Fördermittel aus dem Projekt erhalten. Sie können etwa die Projektergebnisse verbreiten helfen und zur nachhaltigen Wirkung beitragen.

Einzelpersonen können die Förderung einer Kooperationspartnerschaft nicht beantragen.