Erasmus+ für im Berufsbildungsbereich tätige Institutionen

Sitzender Schüler mit Erasmus-Plus © OeAD/Gianmaria Gava

Internationale Kooperationen erhöhen die Reputation der beteiligten Bildungseinrichtungen und tragen zu Qualitätssteigerung und Innovation in den nationalen Bildungssystemen bei. Erasmus+ Berufsbildung unterstützt die Internationalisierung und institutionelle Entwicklung von Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Das Programm Erasmus+ bietet Institutionen aus der Berufsbildung verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme.

Mobilität von Lernenden und Lehrenden

Neben der Stärkung der individuellen Kompetenzen tragen Auslandsaufenthalte von Lernenden und Lehrenden aktiv zur Weiterentwicklung des europäischen und österreichischen Berufsbildungsraums bei. Erasmus+ Mobilitätsprojekte können von allen Institutionen der Berufsbildung eingereicht werden. Der Zugang erfolgt über die langfristige Erasmus-Akkreditierung, ein Kurzfristiges Projekt oder über die Teilnahme an einem Mobilitätskonsortium.

Lernende berufsbildender Einrichtungen und Lehrlinge können Auslandspraktika absolvieren oder an Wettbewerben (Skills Competitions) teilnehmen. Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen, Ausbildner/innen und andere Fachkräfte der Berufsbildung können sich im Ausland weiterbilden oder dort unterrichten. Die internationale Ausrichtung der Institution kann auch durch die Einladung von Expertinnen und Experten sowie die Aufnahme von internationalen Lehr- und Fachkräften in Ausbildung gestärkt werden.

Transnationale Partnerschaftsprojekte

Alle in der beruflichen Aus- und Weiterbildung agierenden Einrichtungen können länderübergreifende Partnerschaftsprojekte einreichen. Dabei werden neue Ansätze für den Bildungsbereich entwickelt, getestet oder übertragen, es werden Maßnahmen zur Förderung von Transparenz und Anerkennung von Qualifikationen erarbeitet oder erste Kapazitäten zur europäischen Zusammenarbeit erworben und bestehende gute Praxis ausgetauscht. Projektergebnisse tragen vielfach dazu bei, Berufsbildungsangebote noch besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts und auf die Bedürfnisse der Lernenden abzustimmen, flexible und inklusive Lernangebote für schul- oder arbeitsplatzbasiertes Lernen zu schaffen und so Berufsbildung noch attraktiver zu machen. Eine wichtige Rolle kommt dabei auch qualitätssichernden Maßnahmen und Internationalisierungsstrategien der Berufsbildungsanbieter zu.

Verschiedene Projektformate stehen zur Auswahl:

"Dezentrale Aktionen", die von der nationalen Agentur für Erasmus+ betreut werden

  • Kooperationspartnerschaften sind Kooperationen von mindestens drei Einrichtungen aus drei verschiedenen Programmländern. Sie unterstützen Entwicklung, Transfer und Implementierung innovativer Praktiken ebenso wie gemeinsame Initiativen zur Förderung von Zusammenarbeit, Peer-Learning und Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene.
  • Kleinere Partnerschaften sind Kooperationen von mindestens zwei Einrichtungen aus zwei Programmländern. Mit kürzeren Laufzeiten, kleineren Förderbeträgen und geringerem Verwaltungsaufwand sind sie ein ideales Einstiegsformat für Neueinsteiger im Programm Erasmus+.

"Zentrale Aktionen", die von der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur EACEA in Brüssel betreut werden

  • Zentren der beruflichen Exzellenz (CoVE) zählen zu den Partnerschaften für Exzellenz. Die Initiative verfolgt einen Bottom-Up-Ansatz für Exzellenz, bei dem berufsbildende Einrichtungen in der Lage sind, ihre Qualifikationsangebote rasch an laufende Veränderungen wirtschaftlicher und sozialer Bedürfnisse anzupassen. Eingebettet in lokale Innovationsökosysteme vernetzen sich CoVE länderübergreifend zu Weltklasse-Referenzpunkten für die Berufsbildung.
  • Allianzen für Innovation zählen zu den Innovationspartnerschaften. Mittels Zusammenarbeit und Wissensaustausch zwischen Hochschulbildung, beruflicher Aus- und Weiterbildung und dem breiteren sozioökonomischen Umfeld, einschließlich der Forschung, sind sie ein Motor für Innovation. Sie treiben auch das Angebot neuer Fertigkeiten voran und reagieren auf Qualifikationsdefizite. Dazu entwickeln sie neue Curricula für Hochschulbildung und Berufsbildung und unterstützen Initiativgeist und unternehmerisches Denken in der EU.