Zugehörigkeitsgefühl von Erstsemestrigen mit Erasmus+ stärken

10. November 2022 HochschulbildungInklusion & VielfaltThema
Projektbanner bestehend aus verschiedenfarbigen, ineinander verschwimmenden Kreisen mit der Aufschrift: You belong here
Fehlendes Zugehörigkeitsgefühl gilt nach wie vor als einer der Hauptgründe für Studienabbruch. Die Erasmus+ Strategische Partnerschaft „ENTRANTS – Enhancing the transition of non-traditional students“ ist im Herbst 2020 mit dem Ziel gestartet, den Studieneinstieg unterrepräsentierter Gruppen zu erleichtern und das Zugehörigkeitsgefühl zur eigenen Hochschule zu stärken. Dabei wird in hohem Maße darauf geachtet, dass durch die entwickelten Angebote kein „Othering“ bestimmter Studierender passiert und so Stigmatisierung vermieden wird.

Nach zwei Jahren Projektlaufzeit lassen sich nun bereits einige Ergebnisse vorweisen:

Das Team der Universität Duisburg-Essen hat federführend eine ECTS-fähige Lehrveranstaltung, die Community Building unterstützt, entwickelt und auch bereits an der eigenen Hochschule pilotiert. -Im Rahmen von forschungsgeleitetem Lernen beschäftigen sich die Erstsemestrigen mit der eigenen Hochschule und erarbeiten sich Basiskenntnisse im wissenschaftlichen Arbeiten. Die Stärkung akademischer Kompetenzen, eine bessere Kenntnis der eigenen Hochschule, sowie der Austausch mit Kolleg*innen soll ein Gefühl der Zugehörigkeit unterstützen.

Die web-basierte Unterstützungsplattform (z.B. FH OÖ Kompass | Dein Weg durchs Studium) kann angepasst und als Add-on in Hochschulwebsites eingebracht sowie als Informationshub für Studierenden-Apps (z.B. Studo) integriert werden. Ziel ist es, Studierenden v.a. im ersten Semester ganz konkret, aber anonym Unterstützung anzubieten. Erfahrungsberichte von höhersemestrigen Studierenden in Form von Videos und Podcasts sollen vermitteln, dass auch andere Studierende mit Schwierigkeiten, Unsicherheiten und Problemen konfrontiert sind und der Studienbeginn von vielen als herausfordernd erlebt wird. Niederschwellig aufbereitete Informationen sollen unter anderem zeigen, wie Mitstudierende mit herausfordernden Situationen umgegangen sind. Darüber hinaus werden bestehende Unterstützungsangebote aufgezeigt: Entsprechende Informationen und Kontaktdaten zu Services und Angeboten innerhalb und außerhalb der eigenen Hochschule (z.B. psychologische Studierendenberatung, Schuldnerberatung, etc.) finden sich ebenfalls auf der Plattform. Durch eine Kurzvorstellung der jeweiligen Organisation mittels Videos oder Podcasts, soll die Hemmschwelle, sich Hilfe zu suchen, vermindert werden.

Weiters entwickelt das Projektteam unter dem Lead der FH Oberösterreich derzeit ein Training, das Hochschulmitarbeitende für die Bedeutung des Zugehörigkeitsgefühls u.a. im Hinblick auf Studienerfolg sensibilisieren soll. Das Training, das für Lehrende und Administrationsmitarbeitende angeboten wird, startet mit einem E-Learning Teil im Winter 2022. Im Mai 2023 folgt ein darauf aufbauender Präsenz-Teil. Die Trainingsmaßnahme will u.a.

  • für Probleme und Herausforderungen bestimmter Studierendengruppen sensibilisieren.
  • sich mit dem eigenen „unconscious bias“ auseinandersetzen und eigene Vorurteile reflektieren.
  • inklusive Lehr- und Lernmethoden diskutieren und Transfer in die eigene Lehrtätigkeit anstoßen.
  • konkrete Hinweise und Hilfestellungen zur Verfügung stellen, wie das Zugehörigkeitsgefühl von Studierenden von Seiten des Lehr- und Admin-Personals gestärkt werden kann.

Generell sollen Gespräche und Übungen in Gruppen dazu beitragen, neue Kenntnisse im Umgang mit herausfordernden Situationen in Bezug auf die Vielfalt der Studierenden zu generieren.

 

Projektpartner*innen:

  • FH Oberösterreich, Team Hochschulforschung und Entwicklung
  • Birmingham City University, Faculty of Computing, Engineering and the Build Environment; Faculty of Health Education and Life Sciences
  • Universität Duisburg-Essen, Zentrum für Hochschulqualitätsentwicklung
  • European Students' Union (ESU), Brüssel

 

Projektwebsite: entrants.eu

Text: Silke Preymann, FH Oberösterreich

 

Kontakt:

Mag.a Dr.in Silke Preymann

silke.preymann@fh-ooe.at


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